Ja, das ist das vorerst letzte Tasting! Aber keine Sorge, ich werde auch weiterhin nicht untätig bleiben. Das Beste kommt wirklich zum Schluss? Vielen schmeckt eben ein helles Bier, ein Lagerbier oder das allseits beliebte Kellerbier. Diese Bierstile sind leicht zugänglich, süffig, köstlich. Oder langweilig, je nach Standpunkt. Wir haben hier in Bayern (und ja, auch in Franken, um Hetzmails zu vermeiden) eine riesige Auswahl an Vertretern dieser Sorten. Nachfolgend drei Biere plus Bonus. Ganz kann ich den Münchnern den Sieg nicht überlassen, auch wenn ich Augustiner, Tegernseer und Co. wirklich gerne mag. Wie könnte ich auch nicht? Meine Schwester hat jahrelang  nur zehn Gehminuten entfernt von der Augustiner Brauerei gewohnt, meine „Münchner Besuche“ waren dadurch nicht immer ganz unfreiwillig, hihi. Viel Spaß beim Lesen und Tasten!

Ambraeusianum_freigestellt_bearbeitet-1Ambräusianum hell (Bamberg, Bayern) 5 %
Goldgelbe Farbe. Im Geruch malzig-zitrisch. Ebenso im Geschmack. Mehr kann ich leider nicht erkennen. Die Hopfenbittere ist geschmacklich ebenfalls präsent, wirkt aber einen Tick unausgewogen. Das Kohlensäurelevel erachte ich für zu gering, dadurch wirkt das Bier zu träge. In der Kategorie Helles geht das Ambräusianum etwas unter. Zu stark sind die Platzhirsche Tegernseer Hell, Augustiner Hell oder auch das Helle von Mahr’s Bräu. Alkohol absolut normal. Ingesamt ein eher unspektakuläres Bier. Das ginge besser. 2 von 5 Sternen. ⭐⭐

Greifenklau_freigestelltGreifenklau Lager (Bamberg, Bayern) 4,9%
Mandarin bis bernsteinfarben. Instabiler Schaum. Malz im Aroma, dabei verhalten süßlich. Aromatischer Hopfen, zitrisch. Im Geschmack Hopfen und Malz, schön ausgewogen, tendenziell aber eher leicht. Es ist überraschend süffig, die Kohlensäure ist zu gering, es ist nicht spritzig. Die Bittere ist erkennbar, aber erst im Abgang. Gesamtwertung: Naja. Das geht in Bamberg besser. Ein „Touribier“, eher unspektakulär. Sorry, daher nur 2,5 von 5 Sternen. ⭐⭐⚡


augustiner hell

Augustiner Helles (München, Bayern), 5,2 %
Farbe: helles Gold. Geruch und Geschmack: Malzig-süß und ausgesprochen erfrischend, extrem süffig. Das wars! Mehr kann und muss man beim besten Willen dazu nicht sagen. Kohlensäure, Bittere, Abgang: Alles wunderbar stimmig. Manche sagen, es sei langweilig. Ich meine, mehr muss ein ordentliches Helles nicht bieten. Ein Klassiker. 4 von 5 Sternen. ⭐⭐⭐⭐

Hertl1_freigestellt

BONUS:
Hertl Klosterkellerbier ca. 5 %
Schöne orange Farbe. Südfrüchte findet man auch im Geruchsbild wieder: Orangen, Mandarinen, dazu etwas Hefe, sehr schön. Schaum ist in Ordnung, hält moderat. Geschmacklich dominiert  süßliches Malz, die Kohlensäure ist wohldosiert, ein paar Hopfennoten sagen ebenfalls „Hallo“, alles aber sehr dezent. Die Bittere ist infolgedessen auch sehr moderat, aber gekonnt, eingesetzt. Insgesamt ein sehr klassisches Kellerbier, dass eher einen leichteren, fruchtigen Stil verfolgt. Doch daran ist bekanntlich nichts verkehrt. Es schmeckt lecker: 4 von 5 Sternen. ⭐⭐⭐⭐
Puh! Na wenigstens gleichauf mit den Münchnern…

Fotos: Anja Heder

Lies hier noch einmal nach, nach welchen Kriterien bewertet wird.

 

Das soll es vorerst gewesen sein! Vielen Dank für’s Lesen und Nachverkosten! Macht’s gut und bis bald!

 

Euer
chrissign