von Miriam Müller | Mittwoch, 6. Mai 2009
Der Autor und Dozent Thomas Hettche, las aus seinem Roman „Woraus wir gemacht sind“.
Organisiert wurde die Lesung vom Lehrstuhl für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft.
Thomas Hettche lässt seinen Roman im modernen Amerika kurz vor dem Irakkrieg spielen, also vor dem Hintergrund neuester historischer Ereignisse. Während dieser Zeit war der Autor selbst in den USA. Er sah ein sich aufrüstendes Land, das gleichzeitig Gedenkfeiern für die Toten des 11. Septembers abhielt. Thriller am Vorabend des Irakkrieges"Woraus wir gemacht sind" erzählt von dem deutschen Biographen Niklas Kalf. Seine Recherchen über den jüdischen Emigranten Eugen Meerkaz führen ihn nach New York, das am Vorabend des Irakkrieges steht. Dort verschwindet auf unerklärliche Weise seine Frau. Später erfährt er durch einen Anruf, dass sie entführt worden ist. In dem Land, das noch ergriffen ist von den Anschlägen des 11. Septembers, führen ihn die Spuren unter Anderem auch in den Bundesstaat Texas. Hier steigt Thomas Hettche in seiner Lesung ein. Sein metaphorisches Schreiben bildet das Panorama der amerikanischen Wüstenlandschaft ab mit ihren kleinen, halbverlassenen Städtchen. Auf seiner Reise lernt Kalf Menschen kennen, von denen er nicht weiß, ob er ihnen trauen kann oder nicht. Als orientierungsloser Fremder lernt er Amerika kennen als ein Land, das abstoßend und zugleich anziehend wirkt. Schöne BilderHettche schreibt sehr metaphorisch. Der Leser lernt Menschen und Landschaft kennen, wird bewegt durch die Bilder. Allerdings verliert er sich auch oft in seinen Betrachtungen. Die Handlung rückt neben den Beschreibungen oft in den Hintergrund. Wer ein Fan Thomas Manns ist, wird auch Hettche mögen. Das Publikum jedenfalls zeigte sich beeindruckt vom Stil Hettches. Zuletzt geändert: Freitag, 15. Mai 2009 |