Kein Glück unter freiem Himmel

Die Besucher der Freilichtaufführung ‚Die drei Musketiere’ hatten am 29. Juli 2010 kein Glück: Nach 20 Minuten fing es an zu regnen, nach 55 Minuten wurden sie durchnässt nach Hause geschickt – ohne Ersatztermin, ohne Eintrittserstattung.

Jedes Jahr im Sommer verwandelt sich die Alte Hofhaltung in eine Freilichtbühne, um den Calderon-Festspielen eine einmalige Kulisse zu bieten. Doch leider bekamen die Besucher, die am 29. Juli gekommen waren um die ‚Die drei Musketiere’ zu sehen, vor allem die Nachteile von Freilichtaufführungen zu spüren: Nur die ersten zwanzig Minuten hielten die regenschweren Wolken ihr Wasser noch zurück – einige Besucher hatten vor Ort noch Regencapes für einen Euro erstanden. Ein Euro, der sicherlich gut angelegt war, denn es fing an zu regnen – und hörte nicht wieder auf. Über eine halbe Stunde harrten die Theaterzuschauer im Dauerregen aus, dann wurde ihnen die Entscheidung zu gehen abgenommen: nach 55 Minuten wurde die Aufführung aufgrund der Rutschgefahr für die Schauspieler durch den Regen abgebrochen – etwa 25 Minuten früher als sonst und ohne, dass die letzten beiden Akte gespielt werden konnten.

Kein Ersatztermin, kein Geld

Trotzdem wurde von der Theaterleitung des E.T.A. Hoffmann Theaters, die für die Calderon-Festspiele verantwortlich ist, weder ein Ersatztermin angeboten noch der Eintritt erstattet. Man verwies auf die AGB, in denen es heißt: „Wird bei Freilichtaufführungen die Vorstellung vorher abgesagt oder vor Ablauf von 45 Minuten Spielzeit abgebrochen, werden die Karten für einen anderen Aufführungstermin dieses Stückes an der Theaterkasse kostenfrei eingetauscht.“ Die Vorstellung galt nach den AGB als ‚stattgefunden’ und so wurden die treuen und durchnässten und sicherlich auch verärgerten Theaterbesucher nach Hause geschickt.

Auf die Frage hin, warum man keinen Ersatztermin angeboten hat oder den Eintritt zurückzahlte, erklärte Reiner Gäbelein, stellvertretender Verwaltungsleiter am E.T.A. Hoffmann Theater gegenüber Ottfried, dass die Calderon-Festspiele ein straff organisiertes und straff bemessenes Theaterprojekt sind, die solche Kulanz nicht erlauben. „Das Wetter stellt bei Freilichtaufführungen immer ein Risiko dar – sowohl für das Theater als auch für die Besucher. Das E.T.A. Hoffmann Theater ist ein kleines Stadttheater mit einem knappen Budget. Die AGB wurden bei der abgebrochenen Vorstellung erfüllt und die finanziellen Mittel des Theaters reichen leider nicht aus, um aus Kulanz solche wetterbedingten Vorfälle durch Gutscheine oder ähnliches auszugleichen“, bedauert Gäbelein. Der Abbruch bei dem anhaltenden Dauerregen am 29. Juli sei aber notwendig gewesen, da die Rutschgefahr auf dem Kopfsteinpflaster und den Holzplanken des Schiffes vor allem im Hinblick auf die vielen Fechtszenen ein zu großes Verletzungsrisiko für die Schauspieler dargestellt hätte. Trotzdem entschuldigt sich Gäbelein für die abgebrochene Vorstellung bei den Besuchern und bittet um ‚Nachsicht und Verständnis’.

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