von Jakob Schulz | Donnerstag, 5. November 2009
Die Meldung passt nicht wirklich zum schmuddeligen Herbstwetter. Und doch dürfte es vielen Bambergern warm ums Herz werden.
Die Chancen stehen gut, dass bereits in wenigen Wochen das 37 Jahre alte Badeverbot im Hainbad gekippt wird. Juristisch könnte das Hainbad zur "Liegewiese mit Zugang zu einer Badestelle" werden.
Bambergs Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) freute sich über die Neuigkeit ganz zeitgemäß im Internet. "Endlich eine Hainbad Lösung gefunden, die allen Seiten gerecht wird. Freue mich auf die nächste Badesaison", twitterte der OB am Wochenende. Das Hainbad war in den vergangenen Monaten und Jahren stets ein brandheißes Thema. Öffentlicher Streit ums Badeverbot
Seit 37 Jahren herrscht in der Regnitz in Bamberg Badeverbot. Dieses gilt auch im Bereich des Hainbads. Trotz des Verbots duldeten die Verantwortlichen das Baden im linken Regnitzarm bislang. Als im Mai dieses Jahres durchgesetzt werden sollte, alle Badenden mit einem Hausverbot zu belegen, kam es zum öffentlichen Streit. Viele Bamberger wollten sich das Baden in "ihrem" Hainbad nicht von der Stadt verbieten lassen. Die Stadt Bamberg beauftragte die Stadtwerke, Nutzungsalternativen für das Hainbad zu prüfen. So überlegte man zum Beispiel, ob man das Bad in die Hände eines Vereins geben sollte. Am 28. Oktober hat der Aufsichtsrat der Stadtwerke Bamberg Bäder GmbH nun eine Empfehlung an den Bamberger Stadtrat vorgelegt. Die Empfehlung sieht vor, das 37 Jahre alte Badeverbot aufzuheben und das Hainbad formaljuristisch zu einer "Liegewiese mit Zugang zu einer Badestelle" zu machen. Baden wäre dann auf eigene Gefahr erlaubt. Dieser Entwicklung vorausgegangen war auch die Entnahme von Wasserproben durch das Institut für Umweltanalytik Möhrendorf.
Seit September ließen die Stadtwerke die Wasserqualität untersuchen, der als weiterer Grund für die Schließung genannt wurde. Doch die Anteile von Fäkalbakterien lagen sogar unter den zulässigen Richtwerten. Die Proben werden weiterhin genommen, im Sommer dann sogar 14-tägig. Entscheidung schon Ende November
In seiner Sitzung am 25. November wird sich der Stadtrat mit dem Hainbad befassen. So könnte das jahrzehnte alte Badeverbot in der Regnitz schon bald Geschichte sein. Allerdings ist es wahrscheinlich, dass die Stadträte das Baden nicht in der ganzen Regnitz, sondern nur im Bereich des Hainbads erlauben werden. Für die Entscheidung des Stadtrates ist die Empfehlung der Stadtwerke nicht allein ausschlaggebend. In das Votum fließen auch die Meinung des Ruderclubs, der an das Bad angrenzt, der DLRG, der Fischereizunft und der Wasserschutzpolizei mit ein. Sollte der Stadtrat das Badeverbot kippen, muss die Stadt die Zugänge zur Regnitz sichern. Derzeit ist der Einbau von Pforten geplant. Auch das alte Holzgeländer sei aus versicherungstechnischen Gründen problematisch, so Jan Giersberg, Pressesprecher der Stadtwerke Bamberg. Alternativen sollen zu einem späteren Zeitpunkt besprochen werden.
Das ausgerechnet im unwirtlichen Monat November Bewegung in die Hainbad-Diskussion kommt, entbehrt natürlich nicht einer gewissen Ironie. Ein Infranken.de-Nutzer namens Wolfgang drückt es auf seine Weise aus: "Vielen Dank für das Aufheben des Badeverbots kurz vor Beginn der Eisangeln-Saison!!" Zuletzt geändert: Mittwoch, 9. Dezember 2009 |