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Wo war die Uni am NPD-Wochenende?
von Philipp Reichel (Leserbrief) | Freitag, 6. Juni 2008

Veranstaltungen gegen der NPD-Parteitag gab es viele. Foto: Jürgen FreitagAm Wochenende 24./25. Mai fand der Bundesparteitag 2008 der NPD in Bamberg statt. Dagegen hatte sich die Stadt Bamberg lange wehren wollen - hat aber nicht geklappt.

Stattdessen gab es das ganze Wochenende Proteste und multikulturelle Gegenveranstaltungen. Aber wo war da eigentlich unsere Uni? Ein Leserbrief.

Fest der Demokratie 

Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof entschied im April, dass es einer Partei in einem Rechtsstaat gestattet sein muss, alle 2 Jahre einen Bundesparteitag abzuhalten, und dazu müssen ihr öffentliche Räume zur Verfügung stehen können (so oder so ähnlich das Urteil in `Nicht-Juristen-Deutsch´). Also kam die NPD nach Bamberg.

OK - damit muss jeder leben, der unsere Verfassung bejaht. Gleichzeitig haben diejenigen, die der von der NPD vertretenen Politik nicht zustimmen wollen aber auch ein Recht darauf, ihre Meinung zu äußern. Das taten auch eine Menge von Menschen und Institutionen beim Fest der Demokratie auf dem Maxplatz und der Veranstaltung an der Weide.

Die üblichen Verdächtigen, aber keine Uni 

Bei beiden Veranstaltungen waren die "üblichen Verdächtigen" (Parteien, Bürgerinitiativen, Vereine usw.) vertreten. Nur eine Institution fehlte meiner Meinung nach. Ich weiß nicht, ob es sonst noch jemandem aufgefallen ist - die Otto-Friedrich-Universität Bamberg hatte weder zur Gegenaktionen aufgerufen, noch war sie in Form eines Infostandes, Banners oder sonst einer Aktion anwesend.

Dabei wäre das Marcushaus doch quasi prädestiniert gewesen für eine Plakataktion, fand doch der Parteitag nur wenige Hundertmeter davon entfernt statt. Ich meine nun nicht einmal eine Aktion, die sich explizit gegen den Parteitag der NPD gerichtet hätte, sondern ein Bekenntnis zur freiheitlich demokratischen Grundordnung unseres Landes. Stellt sich die Otto-Friedrich-Universität nach eigener Außendarstellung (s. Homepage) doch schon durch ihren Namen in die Tradition der alten Universitäten und des Humanismus also der Achtung der Menschenwürde und der Freiheit.

Woran mag das liegen? 

Doch nichts davon war zu sehen: Das Marcushaus den ganzen Samstag geschlossen, weder beim Fest der Demokratie, noch bei der Aktion an der Weide nur ein Anzeichen davon, dass sich die Uni gegen eine Politik der rassistischen Menschenverachtung der NPD, dafür aber für Menschenrechte und Demokratie einsetzen wollte.

Woran mag das wohl liegen? Vielleicht ist hier ja der Platz für eine Diskussion.

Mehr zum Wochenende rund um den NPD-Parteitag lest ihr auch im Ottfried.de-Spezial "Bamberg gegen Rechts".

 

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Zuletzt geändert: Samstag, 14. Juni 2008
 
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