von Jürgen Freitag | Sonntag, 25. Mai 2008
NPD vorm Haus, Gegendemonstranten im Garten – Anwohner der Weide sind dem aktuellen Treiben hilflos ausgesetzt, könnte man glauben.
Ottfried hat bei ihnen nachgefragt: Was sagen Sie zum NPD-Bundesparteitag und den Gegendemonstrationen?
Ekkehard Arnetzl, 45 Jahre, Kunsthistoriker
Ich finde es unbedingt notwendig hier Flagge zu zeigen, deshalb habe ich auch einen Banner an meinem Haus befestigt. Die Gegendemonstration stört mich bisher überhaupt nicht und kleine Opfer bin ich gerne bereit zu bringen für unsere Demokratie. Sollte es zu Ausschreitungen kommen, bin ich gerüstet. Dann werden einfach die Klappläden vor den Fenstern geschlossen. Sie sehen, ich bin also vorbereitet. Was mich hingegen stört, sind die Leute von der NPD und der Umgang der Polizei mit denen. Die wurden am Samstagmorgen unglaublich freundlich empfangen. Gegendemonstranten werden hingegen angehalten und durchsucht. Damit empfehlen wir uns doch für das nächste NPD-Treffen. Das kann doch niemand wollen. Roland Günther , 43 Jahre, Versicherungskaufmann
Ich finde die Gegendemonstration bisher ganz okay, aber ich denke, man sollte den Nazis nicht so viel Aufmerksamkeit schenken. Zu viel ist nicht gut, zu wenig allerdings auch nicht. Ich jedenfalls werde mich den Demonstrierenden nicht anschließen. Meiner Meinung nach bringt das auch gar nichts. Ich protestiere lieber gegen das Finanzamt. Das große Ganze sollte eher überdacht werden, denn nicht die NPD ist das Problem, sondern das System! Familie Stöcker
Also bislang sind wir zufrieden. Wir wurden im Vorhinein wirklich toll informiert von der Stadt Bamberg. Einziges Manko: Wir mussten unser Auto umparken. Was uns jedoch stört, ist, dass die NPD viel zu viel Aufmerksamkeit erhält. Es ist doch beispielsweise paradox, dass die Medien die Leute von der NPD filmen, ihnen aber nicht die Hand geben wollen. Also, ich hätte es witziger gefunden, wenn es gar keinen Protest gegeben hätte. Meine Idee für das nächste Mal ist, dass ganz Bamberg einfach für die Dauer des Parteitages auszieht. Kornelia Witt, 51 Jahre, Sozialarbeiterin
Ich sehe das alles positiv. Allerdings sollte diese Gegendemonstration nicht gerade an diesem Wochenende stattfinden. Das hätte man vielleicht irgendwann anders machen können. Die ganze Aufmerksamkeit hat die NPD doch gar nicht verdient. Man muss dagegen was tun, klar, aber so geben wir ihnen doch nur Wind in die Segel. Todschweigen würde mehr bringen. Die NPD ist wie ein Schlägersänger. Umso weniger Aufmerksamkeit der bekommt, umso schneller ist er wieder verschwunden. Meiner Meinung nach warten die doch nur darauf, dass es knallt. Bis jetzt ist alles friedlich und ich hoffe, dass es so bleibt. Von den Rechten habe ich zumindest noch nicht viel gesehen. Ich werde allerdings nicht mitprotestieren. Ich muss arbeiten. 2. Andererseits moritz, Registered Andererseits bietet die dauerhafte Berichterstattung der Medien auch einen gewissen Vorteil für die Rechten. Das muss man abwägen, aber ich halte die intensive Berichterstattung des Ottfried für die richtige Entscheidung. 1. Ohne Titel sunshine, Registered Totgeschwiegen wurden solche braunen Tendenzen schon einmal in unserer Geschichte. Den Mund zu halten und zu hoffen das Problem löst sich von selbst bringt nichts! Ich habe gehofft, dass viel mehr verantwortungsbewusste Bürger aufstehen, für ihre Überzeugungen eintreten und sich dem braunen Sumpf entgegenstellen!!! Zuletzt geändert: Dienstag, 3. Juni 2008 |