| Bamberg will bunt bleiben |
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von Philipp Woldin | Freitag, 25. April 2008
Das Bamberger Bündnis gegen Rechtsextremismus lud zur offenen Diskussion in die Harmoniesäle ein.
Eigentlich wäre Gräfenberg ein beschauliches Städtchen. Knapp über 4000 Einwohner, idyllisch in der fränkischen Schweiz gelegen. Es gibt eine freiwillige Feuerwehr, eine Bücherei, einen großen Sportverein. Doch Gräfenberg hat ein besonders imposantes Kriegerdenkmal, das an die gefallenen Soldaten im 2.Weltkrieg erinnert.
In Gräfenberg hat sich seitdem ein breites Bündnis gegen Rassismus und Rechtsextremismus gebildet. Der Bürger-Protest "Gräfenberg ist bunt" organisiert immer wieder Gegenveranstaltungen und ruft zu Offenheit, Vielfalt und Verständigung auf. NPD-Bundesparteitag am 24. und 25.Mai in BambergNun drohen der Stadt Bamberg zwar keine monatlichen Aufmärsche, der Bundesparteitag de Das im Januar gegründete Bamberger Bündnis gegen Rechtsextremismus plant Aktionen und Gegenveranstaltungen an diesem Wochenende und lud den Sprecher des Gräfenberger Bündnisses, Michael Helmbrecht, und alle interessierten Bürger der Stadt zu einer offenen Diskussionsrunde in die Harmoniesäle ein. Kreative Proteste gegen braune AufmärscheHelmbrecht schilderte zu Beginn seines Erfahrungsberichtes die aktuelle Situation in Gräfenberg. „ Es gibt verschiedene Reaktionen auf die Aufmärsche. Man kann einfach schweigen, kann dagegen klagen, das klappt jedoch meistens nicht. Oder sich zusammenschließen und kreativ protestieren“, so Helmbrecht. Die Gräfenberger lassen sich immer wieder Neues einfallen. Mal wird der von der NPD gemietete Parkplatz durch ein Kinderfest blockiert, dann müssen die Neonazis an riesigen Plakaten von Holocaust-Opfern vorbeimarschieren. Bamberger Bündnis gegen Rechts veranstaltet "Fest der Demokratie"Auch das Bamberger Bündnis hat für das Mai-Wochenende einiges geplant. Unter dem Motto „Fest der Demokratie“ sollen Aktionen und Events aller Art zeigen, dass in Bamberg kein Platz für rechtsextremes Gedankengut ist. Vorschläge gab es in der anschließenden offenen Diskussionsrunde genügend. Ein multikulturelles Straßenfest in der Mußstraße ist ebenso angedacht wie ein umfangreiches Mitmachprogramm, Tranparente um oder an der Kongresshalle und weitere Veranstaltungen am Abend. Ob sich dagegen Aktionen wie das Aufstellen von Dixie-Klos rund um die Konzerthalle und ein Beförderungsboykott der NPDler durchführen lassen bleibt noch abzuwarten. In jedem Fall zeigten sich die Bamberger Bürger engagiert und tatkräftig dazu bereit, gegen Rassismus und Ausgrenzung Flagge zu zeigen. Info: Bamberger Bündnis gegen RechtsextremismusDas Bündnis gründete sich im Januar 2008 und will ein Netzwerk von aktiven Menschen gegen Rechtsextremismus aufbauen und sich mit anderen Gruppen und Organisationen vernetzen. Es besteht aus Organisationen, Vereinen und Privatpersonen, Schirmherren sind die beiden christlichen Kirchen. Außerdem beteiligt sind die Gewerkschaften, der Stadtjugendring, die Studierendenvertretung sowie der Migranten-und Integrationsbeirat. Am Wochenende 24./25. Mai wird das Bündnis verschiedene Aktionen und Veranstaltungen organisieren und zu einem "Tag der Demokratie" in ganz Bamberg laden. Ottfried begleitet die Aktionen mit einem Online-Spezial "Bamberg gegen Rechts".
Zuletzt geändert: Dienstag, 24. Juni 2008 |
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